5.1 Gestaltung des immateriellen Lernraums

Lehren oder Unterrichten bedeutet einen Lernraum zu schaffen und den darin stattfindenden Lehr-/Lernprozess aktiv in verschiedenen Dimensionen zu gestalten und zu regeln. Regeln im didaktischen Sinne bedeutet hier eine permanente Diagnose sowie ein Ist-Soll-Abgleich von Lehrintentionen und Lernerfolgen verbunden mit einer entsprechenden Action.

Die verschiedenen Dimensionen lassen sich nur schwer voneinander trennen. Sie bedingen einander. Und wie so oft in der Didaktik gibt es auch hier keinen einheitliche Begriffssystematik und zahlreiche Modelle, die unterschiedliche Aspekte von Lehren beleuchten.

Im Folgenden wird der Versuch einer Systematisierung unter Rückgriff auf verschiedene Modelle unternommen.

Versuch einer systematischen Übersicht

Grundsätzliche Elemente der Lehr-/Lernprozessgestaltung

  • Klassenfürhung
    (nach dem Model von Ophardt & Thiel 20)
    • Etablierung von Interaktionsordnungen
      Normen, Regeln, Routinen, Ritualen
    • Lernklima und -atmosphäre gestalten
      Beziehungsgestaltung, Umgang miteinander …
    • Regelung der Interaktion
      • Gruppendynamische Prozess verstehen und regeln
      • Umgang mit Unterrichtsstörung & Konflikten
  • Choreographie
    • Lehrkrafthandeln
      Realisation der Gestaltung auf Basis der Planung.
      Organisation, Strukturierung und Rhythmisierung der Lehr-/Lerneinheit, Intentionsverfolgung, Methoden- und Medieneinsatz, Zeitmanagement (Lernzeit einräumen), Aktivitätsgestaltung (Organisation der L-S-Aktivitäten), …
      (vgl. Bromme 2014, S. 75ff)
  • Interaktion und Kommunikation
    • Gestaltung der Interaktion
    • Gestaltung der Kommune unter Einsatz aller Kommunikationsdimensionen, gewaltfreie Kommunikation, Lehrskraftsprache